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INSTRUMENTENKUNDE
Chordophone (Streichinstrumente)
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Violine, Viola, Violoncello

 

Die Violine wird auch Geige, die Viola Bratsche und das Violoncello auch kurz Cello genannt.

Violine, Viola und Violoncello sind drei Instrumente der gleichen Art, wobei die Violine das kleinste, auf dem die höchsten Töne und das Violoncello das größte, auf dem die tiefsten Töne gespielt werden können. Die Viola steht mit ihrem Tonumfang als "Vermittler" zwischen Cello und Violine.

Die Bauart aller drei Instrumente unterscheidet sich im Wesentlichen nur durch ihre Größe. Lediglich das Cello hat am unteren Ende einen sogenannten Stachel, der versenkt werden kann.
Violinfamilie Grafik

Die vier Saiten werden normalerweise mit einem Bogen (arco) gestrichen, der mit Rosshaar bespannt ist. Rosshaare sind sehr rau und eignen sich daher besonders, die Saite beim Streichen zum Schwingen zu bringen. Um besondere klangliche Effekte zu erzielen, werden die Saiten auch gezupft (pizzicato).

Violine Grafik

Die Instrumente der Violinfamilie bestehen aus einem Korpus (Resonanzkörper) und einem Hals. Am oberen Ende des Halses befindet sich der Wirbelkasten, in dem vier Saiten an Wirbeln befestigt sind. Die Saiten sind entlang dem Griffbrett (aus Ebenholz), das mit dem Hals verbunden ist und etwas über den Korpus ragt, über den Steg, der die Schwingungen der Saiten auf den Resonanzkörper überträgt zum Saitenhalter am unteren Ende des Instrumentes gespannt. Am Obersattel liegen die Saiten auf dem Griffbrett auf, am Untersattel ist der Saitenhalter befestigt. Das Griffbrett hat keine Bünde. Im Korpus sind zwei Schalllöcher in Form eines "f " und seines Spiegelbildes eingearbeitet, die sogenannten F-Löcher. Decke und Boden sind mit einer Zarge miteinander Verbunden und gegeneinander nach außen gewölbt. Diese Wölbung ist notwendig, um der Spannung entgegenzutreten, die die Saiten über den Steg auf den Korpus ausüben. Die "Einbuchtungen", die der Violine und ihren Geschwistern die unverwechselbare Form geben sind nötig, weil sonst die Randsaiten (die höchste und tiefste) nicht gestrichen werden könnten, ohne eine mittlere Saite zu berühren. Der Wirbelkasten ist am oberen Ende mit der Schnecke verziert.

Im Inneren des Korpus befindert sich der Bassbalken, der entlang der tiefsten Saite angebracht ist, um deren Klang zu verstärken und der Stimmstock, der Schwingung und Druck des Steges von der Decke auf den Boden des Korpus überträgt.

Der Bogen besteht der Stange, an deren beiden Enden sich der Frosch und die Bogenspitze befinden. Zwischen Frosch und Spitze sind die Rosshaare gespannt, mit denen die Saiten gestrichen werden. Im Frosch befindet sich ein Mechanismus, mit dem durch Drehen an einer Schraube die Bespannung des Bogens ge- und entspannt werden kann.

Während Violine und Viola beim Spielen am unteren Ende des Korpus zwischen die linke Schulter und Kinn des Spielers gelegt werden (meistens werden die Instrumente zum sichereren Halt in eine "Schulterstütze" gespannt) wird das Cello aufrecht zwischen den Knien gehalten. Es steht dabei mit dem versenkbaren Stachel auf dem Boden.

Die linke Hand greift am Griffbrett die Töne. Dabei wird kann durch besonderes Hin- und Herbewegen der Hand ein mehr oder weniger ausgeprägtes Vibrato erzeugt werden. Werden die "leeren Saiten" gestrichen, d.h. die Saiten in ihrer vollen Länge zum klingen gebracht, ohne sie zu greifen, ist ein Vibrato natürlich nicht möglich.

Eine schöne, sehr gut und voll klingende Geige zu bauen, galt seit jeher als eine besonders hohe Kunst. Zwischen 1550 und 1760 waren die zwei Geigenbauerfamilien Amati und Guarneri und der Amati-Schüler Antonio Stradivari in der italienischen Stadt Cremona bestimmend. Die genaue Vorgehensweise beim Bau und die Rezeptur der speziellen Lacke sind Geheimnisse, die jeder einzelne Baumeister mit ins Grab genommen hat. Die besonders gelungenen Instrumente dieser Meister haben Namen und sind mehrere Millionen Euro wert.

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Die verschiedenen Stimmungen von Violine, Viola und Cello