LehrklaengeSchriftzug
Grundlagen   Intervalle   Akkorde   Tonleitern und Tonarten   Das abendländische Tonsystem   Harmonielehre I   Harmonielehre II   Formenlehre   Werkanalyse
Akustik   Instrumentenkunde   Gehörbildung   Musikgeschichte   Aufnahmeprüfung   kleines Lexikon
FORMENLEHRE
Um eine Übersicht über die gesamte Webseite zu erhalten, gehen Sie bitte auf die Startseite.

 

DIE KLASSISCHE PERIODE

 

Nachdem in der Mitte des 18. Jahrhunderts die strenge konzentrierte Polyphonie des Barock als zu kompliziert empfunden wird, strebt man in dieser Zeit an, musikalische Zusammenhänge so klar und einfach wie möglich zu gestalten. Vor diesem Hintergrund entsteht die klassische Periode.

Eine Periode wird eine achttaktige musikalische Einheit genannt, die aus zwei mal vier Takten besteht. Als klassisch gilt, dass am Ende der
ersten Viertaktgruppe eine Kadenz steht, die auf der Dominante endet und die
zweite Viertaktgruppe die Periode mit einer Kadenz in der Tonika abschließt.

Die erste Viertaktgruppe wird Vordersatz,
die zweite Nachsatz genannt.
Sowohl der Vorder- als auch der Nachsatz sind Halbsätze.
Die vollständige Periode ist ein Satz.

Ein Schluss in der Dominante heißt Halbschluss,
einer in der Tonika Ganzschluss.

D.h.: Eine Periode (Satz) besteht aus acht Takten. Diese ist in zwei viertaktige Halbsätze gegliedert: Den Vordersatz mit Halbschluss und den Nachsatz mit Ganzschluss.

Der Nachsatz wirkt wie eine Antwort auf den Vordersatz.

Innerhalb der Halbsätze gibt es bestimmte Strukturen:
Die ersten beiden Takte (I - II) des Vordersatzes sind thematischer Natur, sie geben dem Ganzen seinen Charakter. Der dritte Takt (III) beinhaltet die Kadenz, der vierte (IV) den Schlussakkord (Halbschluss). Entsprechend ist der Nachsatz aufgebaut: Die ersten beiden Takte (I - II) beziehen sich auf die entsprechenden des Vordersatzes, gefolgt von der Kadenz im dritten (III) und dem Schlussakkord im vierten Takt (IV, Ganzschluss):

I - II: thematisch,
III - VI: Kadenz mit Schlussakkord.

Oft folgen zwei Perioden aufeinander und bilden eine Doppelperiode. Diese entsteht auch durch Wiederholungszeichen am Ende einer Periode.

Als Beispiel für eine Doppelperiode dient hier der Beginn der Klaviersonate in C-dur von Joseph Haydn (1732-1809):

Klassische Periode

 

Die thematischen freien Takte sind blau markiert, die Kadenz mit Halbschluss gelb - grün, die mit Ganzschluss gelb - rot. Die römischen Ziffern bezeichnen die Taktfunktionen eines Halbsatzes (I - II: thematisch, III - VI: Kadenz mit Schlussakkord).

Zurück

Die Periode in einer Liedform