Die gedruckten Noten eines Musikstückes nennt man Partitur. Diese ist unterschiedlich aufgebaut, je nachdem, welche und wie viele Instrumente mitspielen.

Die einfachsten Partituren ergeben sich, wenn ein Musikstück von nur einem einzigen Melodieinstrument gespielt werden soll, z.B. von einem Blas- oder Streichinstrument:

Über allem steht der Titel des Stückes, rechts über den Noten aber unterhalb des Titels der Name des Komponisten. Über dem ersten Takt befindet sich die Vortragsangabe. Vor der ersten Zeile, die nach rechts eingerückt ist, ist der Name des Instrumentes vermerkt, für welches das Musikstück geschrieben wurde. Oft sind entweder über dem jeweils ersten Takt einer Notenreihe oder aber alle fünf Takte eine Taktzahl zu finden, die verdeutlicht, der wievielte Takt sich an dieser Stelle befindet.

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Für eine Partitur mit zwei gleichen oder unterschiedlichen (Duett, Duo) Melodieinstrumenten gelten die selben Regeln. Zur Verdeutlichung, welche zwei Notensysteme zusammen gehören, werden am Beginn einer jeden Reihe die zusammengehörigen Systeme mit einer so genannten Akkoladenklammer zusammengefasst. Die zusammengefassten Notensysteme bilden dann eine Akkolade. Dennoch bekommt jedes Instrument seine eigenen Taktstriche, diese werden also nicht innerhalb der Akkolade durchgezogen. Eine Ausnahme ist nur der erste (linke) Taktstrich einer jeden Akkolade: dieser wird durchgezogen.

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Eine Klavierpartitur unterscheidet sich in einigen Einzelheiten von einer solchen für zwei Soloinstrumente. Zwar benötigt das Klavier auch zwei Notensysteme (es können auf diesem Instrument so viele Noten gleichzeitig gespielt werden, dass das notwendig ist), da es sich aber um ein einziges Instrument handelt, dass von nur einem Spieler gespielt wird, werden die Taktstriche zwischen den Notensystemen durchgezogen. Die so zusammengehörigen Notensysteme bezeichnet man als "gruppiert". Dementsprechend unterscheidet sich die Akkoladenklammer nicht gruppierter Notensystemen (a) von denen gruppierter (b).

a) Akkoladenklammer

b) Gruppenklammer

Die Instrumentenbezeichnung befindet sich nun zwischen den beiden Systemen links von der Spitze der Gruppenklammer.

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Bei einem Musikstück für Klavier und einem weiteren Solo-Instrument befindet sich das Notensystem des Solo-Instruments über denen des Klaviers und wird oft etwas kleiner dargestellt. Hier gehören drei Systeme zu einer Akkolade. Die Gruppierung der beiden Klavier-Systeme wird wieder mit einer Gruppenklammer verdeutlicht, das System des weiteren Instruments erhält keine besondere Klammer. Der Taktstrich zwischen dem Solo-Instrument und der Klaviergruppe ist unterbrochen, da das Solo-Instrument nicht mit den Systemen der Klaviergruppe gruppiert ist. Der erste (linke) Taktstrich jeder Akkolade ist jedoch durchgezogen, sonst wäre schließlich nicht erkennbar, welche Notensysteme zu einer Akkolade gehörten.

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Die umfangreichsten Partituren sind diejenigen für Orchester. Eine Orchesterpartitur wird nach Instrumentengattungen gruppiert: In der Reihenfolge von oben nach unten erhalten die Holzbläser (Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott), die Blechbläser (Hörner, Trompete, Posaune, Tuba), das Schlagwerk (Pauken, Tamtam) und die Streichinstrumente (Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabass) jeweils eine Klammer und durchgezogene Taktstriche.

Während bei den Bläsern jedes Instrument oft einfach besetzt ist, sind die Streicherstimmen immer mehrfach besetzt (je nach Größe des Orchesters vier- bis fünfzehnfach und mehr). Die Streichergruppe beinhaltet neben den Viola-, Cello- und Kontrabassstimmen zwei Violinstimmen (Streichquintett). Deswegen erhalten die beiden Violinstimmen (Violine 1 und Violine 2, grün markiert) eine zusätzliche Gruppenklammer.

Oft werden von einem Blasinstrument mehrere Stimmen verlangt. Dann werden in jedem System zwei Stimmen notiert. Hier ist das bei den Hörnern der Fall: Vier Hörner erhalten zwei Systeme, das obere enthält das erste und das zweite Horn, das untere das dritte und vierte (ebenfalls grün markiert). Das wird am linken Rand

Pauken und Tamtam gehören zwar beide zum Schlagwerk, da Pauken aber Tonhöhen, ein Tamtam jedoch nur Geräusche produzieren kann (weswegen dieses Instrument auch nicht fünf Notenlinien mit einem Schlüssel erhält, sondern eine ohne Schlüssel), können sie zwar gruppiert werden, erhalten aber keine durchgezogenen Taktstriche.

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Holz:

Blech:

Schlagwerk:

Streicher:

Tutti:

Auffällig an einer solchen Partitur ist, dass Klarinette, Hörner und Trompeten (blau markiert) in anderen Tonarten zu spielen scheinen als alle anderen Instrumente. Das liegt daran, dass es sich hier um so genannte transponierende Instrumente handelt.