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FORMENLEHRE
Die klassische Periode
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Abweichungen vom viertaktigen Schema einer Periode (2)

 

Der Beginn des 3. Satzes (Menuetto) der Symphonie Nr. 40, KV 550, g-moll von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) zeigt, dass es möglich ist, ein komplexes Gefüge zu schaffen, das auf einer klassischen Periode basiert, ohne konstruiert zu wirken.

Die ersten vierzehn Takte des Satzes sind aus einer achttaktigen Periode heraus entwickelt.
Es fällt zunächst eine Dreiteiligkeit auf:
Das Thema (T.1 - T.3) wird eine Lage höher wiederholt (T.4 - T.6).
Danach schließt sich eine acht Takte umfassende "Antwort" an (T.7 - T.14).

Die ersten drei Takte entsprechen einem Vordersatz. Dieser endet mit einem Ganzschluss. Ein dreitaktiger Halbsatz? Mozart erreicht dies, indem er diese drei Takte in der Melodie hemiolisch gestaltet, d.h. der Dreivierteltakt wird von einem scheinbaren Zweivierteltakt "überlagert". Die Perioden-Takte der Melodie (I - II - III - IV) werden zu drei "eigentlichen" Takten" gestaucht". Die Begleitung unterstreicht dabei weiterhin den Dreivierteltakt. Dadurch entsteht die einer Hemiole eigenen rhythmische Besonderheit. Die Wiederholung dieses Vordersatzes eine Lage höher steigert seine Wirkung.

Der Nachsatz wird von normalen vier auf acht Takte gedehnt, indem Elemente und Motive und die dementsprechenden Periodentakte III und IV wiederholt werden (IIIa, IVa, IIIb, IVb etc.). Die für eine Periode übliche Verwendung von Halb- und Ganzschlüssen fehlt hier, da der Nachsatz von g-moll nach D-dur moduliert.

(Zum Vergrößern und Ausdrucken bitte die Grafik anklicken.
Größe der Grafik: 127 KB, Größe der Klangdatei: 226 KB.
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Mozart KV 550, Menuett Link

Die in den Grafiken farbig markierten Takte beinhalten die hemiolischen Motive und Periodentakte (lateinische Ziffern), die nicht markierten Noten begleiten diese im dem Menuett eigenen Dreivierteltakt (arabische Ziffern).

Zur besseren Übersicht folgt eine vereinfachte Grafik:

Mozart KV 550, Menuett, Klvierauszug

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